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Taken from Ragazzi

Der 4-Tracker "Tales From The Mobius Strip" ist das erste Lebenszeichen der Prog Metaller Infinity Minus One. Die Band hat sich eine Menge Gedanken um ihre Musik gemacht und listet eine Fülle von musikalischen Einflüssen auf: Klassik, Filmmusik und Musik zu Videospielen im Rock Kontext. Es wird wohl immer weniger leicht für Musiker, sich zu orientieren. Es gibt heute eine unendliche, breit gefächerte Fülle an verschiedenartiger Musik, der man sich nicht so unbedingt entziehen kann. Als junge Musiker stehen Infinity Minus One ganz am Anfang, wenn sie, wie ich sehr hoffe, weiterhin Musik machen, werden sie sich vom Hören wegarbeiten müssen, um eigener Musik näher zu kommen. Der erste Song "At The Doorway Of Existence" spricht denn auch eine klare Sprache. Zuerst weiß ich nicht, wo die Band hin will. Es kann alles werden: Musik für Videospiele, Techno oder Rock. Doch schnell findet die Band den Faden und rollt ein fabelhaftes Stück Musik aus, das sich gut anhört. Denis J Lanza (voc), Kairo Zentradi (g, key, voc), Kevin Hammer (key, g, voc) und Libor Hadrava (dr, perc, vln) sind perfekte Musiker, die ihre Instrumente im Schlaf kennen. Sie sind als Komponisten und Arrangeure ideenreich und orientieren sich an schwerem Progressive Rock. Im Pressetext meint die Band, ihre Musik reiche vom simplen Song zu den kompliziertesten Kompositionen überhaupt. Und kompliziert ist das erste Stück wahrhaft. Und nicht nur dieses. Das folgende, balladeske "Face To Face" ist schlichter aufgebaut. Doch schon das flüssige, schwer angefüllte "Independence Day" ist eine Betäubung der besonderen Art. Ein kompliziertes Gebräu aus Metal, Progressive Rock und klassischen und Jazz-Typica, das auf dichtestem Raum einen frappierenden Ideenreichtum bietet. Weder gehen Infinity Minus One dabei zu typisch vor, noch zu dicht an ähnlich orientierten Bands. Eigenständig, klangschön und anspruchsvoll, dabei vital im Spiel und virtuos im Anspruch. Das letze Stück "Architectural Martyr" scheint noch nicht ausgereift zu sein. Die Band stolpert hier und da an ihren schwer spielbaren Vorgaben, zusätzlich wirkt die Komposition zu progmetallisch, aber auch dieses schwächere Stück ist im Ganzen eindrucksvoll. Wenn die Band am Ball bleibt und sich konzentriert, kann ich mir eine interessante Zukunft vorstellen. Mein Tip ist eindeutig: weg vom typischen, hin zu eigenem Ausdruck. Weg vom leichten Material, hin zu anspruchsvoller Musik. Es hat keinen Zweck, es als Popstar zu versuchen. Nur wer sich ein persönliches Denkmal setzt, wird das wirklich mögen.

VM

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